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Kipling, Rudyard:
Das Dschungelbuch
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Erschienen 2007 bei Anaconda Verlag
ISBN: 978-3-86647-099-6
Originaltitel: "The Jungle Book"
Übersetzer/in: Abel-Musgrave, Curt
Genre: Kinderbuch
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Wenn man den Namen Rudyard Kipling hört, denkt man unweigerlich sofort an das 1894 erstmals erschienene Dschungelbuch. Daß Kipling auch andere Bücher und Geschichten geschrieben hat, ist den meisten eher unbekannt. Bei der hier vorliegenden Ausgabe handelt es sich nicht, wie man zunächst vermutet, allein um das Dschungelbuch, sondern vielmehr um einen Sammelband, der noch andere Erzählungen des Autors enthält.
Diese spielen bis auf eine (Die weiße Robbe) ebenfalls alle in Indien, meist ebenfalls im Dschungel. In allen Geschichten spielen Tiere die Hauptrollen. Sie agieren zwar sehr menschlich, verhalten sich aber dennoch arttypisch.
Zum einen sind da natürlich die allseits bekannten Charaktere aus dem Dschungelbuch, wie Baghira, Balu oder Kaa zu nennen. Zum anderen sind da z.B. die kleine weiße Robbe Kotick, die sich aufmacht, ein neues Land ohne Menschen zu finden in dem ihre Brüder nicht mehr erschlagen werden. Oder Rikki-Tikki-Tavi, der kleine Mungo, der der Familie, die ihn aufgenommen hat, mehr als einmal das Leben rettet, indem er nichts weiter tut, als das, was Mungos eben so tun – Schlangen töten. Oder Kala Nag, der alte Arbeitselefant, der den kleinen Tumai mit auf den Elefantentanzplatz nimmt.
Alle Geschichten sind spannend und fesselnd geschrieben, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Wer Das Dschungelbuch nur in der Filmversion von Walt Disney kennt, wird jedoch überrascht sein. Denn Film und Buch weichen doch gehörig voneinander ab; Disney hat einige Charaktere hinzuerfunden, andere kaum erwähnt. Einige Tiere, z.B. Kaa, agieren auch ganz anders als im bekannten Film. Aber gerade das macht das Buch dann spannend, auch wenn man den Film schon kennt. Weil man eben doch nicht weiß, wie es ausgeht.
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Eine Wolfsfamilie liegt in ihrer Höhle, als plötzlich ein kleines Menschenkind auftaucht, gejagt von Schir Khan, dem Tiger. Die Wölfe adoptieren das Kleine und weigern sich, es an Schir Khan herauszugeben. Auch in der Ratsversammlung der Wölfe wird das Kleine akzeptiert, jedoch nur durch den Fürspruch von Balu, dem Bären und der Bezahlung von Baghira, dem schwarzen Panther. Die beiden übernehmen auch neben der Wolfsfamilie die Erziehung des Jungen, der auf den Namen Mowgli getauft wird. So wächst Mowgli im Dschungel auf und lernt die Sprachen aller Tiere. Doch Schir Khan hetzt die Wölfe gegen ihn auf und so wird er aus dem Rudel verstoßen. Kurz darauf wird er von den Affen gekidnappt. Unter Einsatz ihres Lebens gelingt es Balu und Baghira, ihn zu befreien. Doch sie schaffen es nur mit Hilfe von Kaa, dem mächtigen Python, den die Affen fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Mowgli geht in ein Dorf der Menschen, doch er kommt mit ihrer Art nicht zurecht. Einer seiner Wolfsbrüder erzählt ihm, daß Shir Khan ihm auflauert und ihn töten will. Mowgli, mittlerweile Viehhirte geworden, gelingt es mit Hilfe der Wölfe die ihm anvertraute Herde in Schir Khans Versteck zu treiben, so daß dieser von den Rindern zu Tode getrampelt wird. Daraufhin wendet Mowgli den Menschen den Rücken zu und kehrt wieder zurück in den Dschungel.
Die weiße Robbe Kotick sieht eines Tages, wie ein Teil der Herde von den Menschen fortgetrieben wird. Neugierig folgt er ihnen und beobachtet, wie alle von den Menschen erschlagen und gehäutet werden. Voll Grauen berichtet er dem Rest der Herde davon, doch man glaubt ihm nicht. Er will nun eine Insel finden, auf der es keine Menschen gibt und auf der sein Volk in Frieden und Sicherheit leben kann. Er fragt jeden, den er trifft und durchstreift sieben Jahre lang die Weltmeere auf der Suche nach der perfekten Insel, bis er eines Tages die Seekühe trifft, die ihm den Weg zu einer solchen Insel zeigen. Es kostet ihn viel Mühe und Blut, die anderen Seehunde zu überzeugen, ihm zu folgen, aber am Ende hat er doch Erfolg und die, die ihm gefolgt sind, verehren ihn.
Der kleine Mungo Rikki-Tikki-Tavi wird bei Hochwasser von seiner Familie getrennt und halb ertrunken weiter flußabwärts von einem Jungen gefunden, der ihn aufnimmt. Gleich am nächsten Tag rettet er dem Jungen das Leben, indem er eine giftige Schlange tötet, die der Junge beim Spiel nicht bemerkt hat. Auch an den nächsten beiden Tagen tötet er zwei Schlangen und von nun an machen die Reptilien einen großen Bogen um den Garten der Familie, die Rikki-Tikki sehr lieben und verwöhnen.
Dann ist da noch der alte Arbeitselefant Kala Nag, der seinen Besitzern schon seit 3 Generationen gute und treue Dienste leistet und sogar beim Einfangen und Zähmen wilder Elefanten hilft. Soeben wächst die 4 Mahout-Generation heran. Und dieser, der sogenannte kleine Tumai erweist sich trotz seiner noch sehr jungen Jahre als geborener Elefantenjäger und erhält Lob von höchster Stelle. Unter den Elefantenjägern macht man Witze über den Tanz der Elefanten, den sie angeblich aufführen, wenn die Jäger wieder abrücken. Doch noch nie hat jemand diesen Tanz mit eigenen Augen gesehen. Bis der kleine Tumai von Kala Nag mitgenommen wird zum wilden Tanz der Elefanten in der dunklen Dschungelnacht. Am nächsten Tag gelingt es dem Jungen zu beweisen, was er in der Nacht erlebt hat und er wird fortan Tumai, Liebling der Elefanten genannt und darf wilde Elefanten jagen.
Die letzte Geschichte handelt von Tieren, die in der indischen Armee treue Dienste leisten. Ein Lastenelefant, der die Kanone zieht, zwei Ochsen, die übernehmen, wenn der Elefant sich zu sehr fürchtet, ein Lastenkamel, ein Schlachtroß und Maulesel für den Transport in steilen Bergen unterhalten sich über ihre Aufgaben, die sie innerhalb der Armee erfüllen und die unterschiedlichen Ängste, die sie dabei erleben. Am Ende stellen sie fest, daß doch ein jeder das tut, was er am besten kann, wofür er am besten geeignet ist und daß keiner die Aufgaben des anderen erfüllen könnte.
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[9 von 10]
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Autor: Tyr (14.07.2009)
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