Zeiten des Aufruhrs
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Genre: Drama
Erschienen: 15. Januar
Regie: Sam Mendes
Screenplay: Justin Haythe
Cast:Leonardo DiCaprio [ Frank Wheeler ]
Kate Winslet [ April Wheeler ]
Kathy Bates [ Helen Givings ]
Michael Shannon [ John Givings ]
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Die meisten aller Hollywoodfilme enden glücklich, oftmals mit der Hochzeit des ultimativen Traumpaares. Was auch immer nach dem Happy End kommt erfährt der Zauschauer eigentlich nie.
Regisseur Sam Mendes, dem schon mit "American Beauty" ein schonungsloser Blick in den einfachen Alltag einer Familie gelang, erschuf erneut ein filmisches Meisterwerk. Soviel darf man getrost am Anfang schon verraten. Elf Jahre nach "Titanic" ist er der erste Regisseur der es geschafft hat das einstige Traumpaar Winslet/DiCaprio wieder zusammen auf die Leinwand zu bringen. Kate Winslet spielt, wie von ihr schon gewohnt, außerordentlich. Fast noch grandioser ist allerdings die Leistung die DiCaprio hier abliefert. In jeder Sekunde des Films lässt er den Zuschauer an seinem Innersten teilhaben. Von größtmöglicher Freude bis hinein in die tiefste Verzweiflung wandelt sich sein Charakter, und DiCaprio verkörpert jeden Moment in Perfektion. Es ist als ob man nicht irgendwelchen Schauspielern bei ihrer Arbeit zusieht, sondern einfach seine Nachbarn beobachtet. Mir fallen keine Schauspieler ein die den Zerfall den die beiden Protagonisten durchmachen, besser hätten darstellen können. Abgerundet wird die schauspielerische Leitung durch eine Riege an hochkarätigen Nebendarstellern, allen voran Michael Shannon. Auch seine Vorstellung geht unter die Haut.
Doch worum geht es in diesem kleinen Filmjuwel? Frank und April Wheeler lernen sich auf einer Party kennen und werden ein Paar. Der Film spielt im Amerika der 50er Jahre, und beide haben große Pläne. Sie wollen anders sein, kein langweiliges Leben in den Vororten führen. Ihr Traum ist es in Paris zu leben. Doch alles kommt anders. April wird schwanger und so bleibt nichts anderes übrig als eben doch ein Haus im Vorort zu kaufen und sich dort niederzulassen. Doch beide sind unglücklich mit ihrem Leben, und langsam aber sicher entwickelt sich aus dieser Unzufriedenheit eine Tragödie.
"Zeiten des Aufruhrs" ist kein Film den man sich als Abendunterhaltung mit seinen Freunden ansehen möchte. Auch seiner Familie möchte man diesen Film eigentlich nicht zeigen. Manche, die eine gescheiterte Beziehung hinter sich haben werden diesen Film als sehr schmerzhaft empfinden. Sam Mendes vertreibt sich seine Zeit nicht damit irgendwelchen Alltag schönzureden. In diesem Film geht es um Verzweiflung, um gescheiterte Träume und eine Vielzahl von Fragen, die man sich selbst eigentlich lieber nicht stellen möchte. Als Zuschauer sieht man wie dieses Paar sich immer näher an den Abgrund bewegt, verfolgt die Streitereien mit, und man möchte wegsehen. Und doch will man hinsehen, will sehen wo das Ganze endet. Für die großen Schocleffekte sorgen in diesem Film weder literweise Kunstblut noch abgehackte Gliedmaßen. Als erschreckendstes aller Monster erweist sich hier die kalte Banalität, das erstickende Korsett der Massenkonformität in das die Protagonisten gezwängt werden.
Die Dramatik des Films wird großartig untermalt durch die ruhigen Pianokompositioen von Thomas Newman. Mit ruhigen Tönen unterlegt verwandeln sich in diesem Film Küche und Wohnzimmer in ein emotionales Schlachtfeld, auf dem am Ende niemand gewinnen kann. Während der Kinovorstellung haben einige Zuschauer den Saal verlassen, da es nicht allzu voll war in dem kleinen Kino konnte man auch hören wieso "Das ist mir jetzt einfach zu viel, das verkrafte ich nicht".
Mit "Zeiten des Aufruhrs" hat Sam Mendes ein Meisterwerk geschaffen, weitab von jeder Massentauglichkeit, aber mit einer erschreckenden Intensität.
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Frank und April lernen sich auf einer Party kennen, und etwas später heiraten sie. Beide haben große Pläne, wollen ein außergewöhnliches Leben führes, etwas Besonderes sein. Doch dann bekommen sie zwei Kinder und ziehen in einen Vorort von Connecticut. In der Revolutionary Road kaufen sie sich ein Haus, merken aber schnell das sie in das Bild der normalen, lanhweiligen Nachbarschaft nicht so recht hineinpassen.
April hat zuvor eine Schauspielschule besucht, ist jedoch als Schauspielerin im Theater alles andere als erfolgreich. Auch Frank unterstützt sie nicht wirklich auf dem Weg zu ihrem Traum. So lebt April das Leben einer normalen Hausfrau und ist kreuzunglücklich dabei. Frank, der in Manhattan arbeitet, verabscheut seinen Beruf aus tiefstem Herzen. April lässt sich zu einer Affäre mit ihrem Nachbarn hinreißen während Frank mit einer Arbeitskollegin fremdgeht. In ihrer Verbitterung über ihr Leben geraten die beiden immer weiter auseinander. Dennoch ist Frank überrascht als April ihm eines Abends vorschlägt von dem gemeinsam Erspartem nach Paris zu ziehen. April ist fest davon überzeugt dort das Leben führen zu können das sie beide verdient haben. Nach anfänglichem Zögern findet Frank Gefallen an der Idee, doch eine Beförderung macht dem Paar einen Strich durch die Rechnung. Zudem wird April erneut schwanger. Um jedoch die PAris-Pläne nicht zu zerstören will sie das Kind abtreiben. Frank bemerkt dies, und über diesen Konflikt zerbricht die Beziehung. Beide versuchen nun den Fehler beim jeweils anderen zu finden. April hasst ihren Mann für alles was er ist, während Frank April immernoch liebt, jedoch auch sein bequemes Leben nicht aufgeben möchte. Beide versuchen zudem nach außen hin das glückliche Paar zu geben. Einzih der psychisch kranke Sohn ihrer Maklerin, John Givings, sieht hinter die Fassade und konfrontiert das Paar mit seinen innersten Abgründen. Am Ende versucht April allein das Kind abzutreiben, an den Komplikationen des Vorgangs stirbt sie schließlich. Frank zieht aus der Revolutionary Road aus.
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[10 von 10]
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Autor: Aure (15.02.2009)
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