James Bond 007 - Ein Quantum Trost
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Genre: Action Thriller
Erschienen: 06.11.2008
Regie: Marc Forster
Screenplay: Ian Fleming, Neal Purvis, Paul Haggis
Cast:Daniel Craig [James Bond]
Mathieu Amalric [Dominic Greene]
Judi Dench [M]
Giancarlo Giannini [René Mathis]
Gemma Arterton [Agent Fields]
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Nachdem "Casino Royale" als erster Film mit Daniel Craig als neuem Bond-Darsteller einschlug wie eine Bombe und überwiegend gute Kritiken einfahren konnte, steht nun der zweite Teil in den Startlöchern. Größte Neuerung dürfte die Wahl des Regisseurs sein. Marc Forster steht sonst eher für Kino der ruhigen Art, er zeigt sich verantwortlich für Meisterwerke wie "Finding Neverland". Nach eigener Aussage hat er lange überlegt ob er das Angebot, einen so komerziellen Film zu drehen, überhaupt annehmen soll. Tja, was soll man sagen? Forster ist defintiv eine mehr als gute Wahl. Er beweist ein guten Händchen für atemberaubende Actionsequenzen, lässt aber gleichzeitig genug Raum für Entwicklung der verschiedenen Charaktere.
Zur Story: "Ein Quantum Trost" setzt knapp 20 Minuten nach der Handlung von "Casino Royale" ein, es empfiehlt sich den Vorgänger vor dem Kinobesuch noch einmal anzusehen. Bond befindet sich auf einem Rachefeldzug, er will den Tod von Vesper (Eva Green in "Casino") rächen. Dabei stößt er auf die geheime Gesellschaft "Quantum", die Ökoterrorismus im großen Stil betreibt. Das ist übrigens das erste Mal das ein Bond-Film direkt fortgesetzt wird.
Der Titelsong bietet eine weitere Neuerung, nämlich das erste Duett in der Bond-Geschichte. Gesungen wird "Another Way to Die" von Alicia Keys und Jack White (Von den White Stripes). Zusammen mit dem etwas seltsam anmutenden Vorspann will sich hier allerdings kein richtiges Bond-Feeling aufbauen, der Song ist einfach zu farblos, auch nach dem zehnten Mal hören. Da dies aber schon fast der größte Schwachpunkt des Filmes ist kann man darüber getrost hinwegsehen. Der übrige Soundtrack ist gut gelungen und weder zu aufdringlich noch schlecht geraten. Auch hier sammelt der Film Pluspunkte.
Kommen wir zu den Schauspielern. Daniel Craig als Bond besitzt eine unglaubliche Leinwandpräsenz. Man merkt, das er Spaß an der Rolle hat, und fast seine gesamten Stunts hat er selbst gemacht. Sowohl im Bereich Action als auch im zwischenmenschlichen Bereich überzeugt dieser Bond. Viele werden vermutlich mit dem trockenen Humor nichts anfangen könne, aber wer das schafft wird festellen das Craig sogar lustig kann. Aber auch sonst bietet Craig unglaublich viele Facetten, dem Zuschauer bieten sich einige unglaublich intensive Szenen die erkennen lassen das Bond durchaus Ecken und Kanten aufbietet und von inneren Konflikten nicht verschont bleibt. Für mich kommt er beinahe an Sean Connery als Bond ran, und das ist ein Riesenkompliment. Alle Zweifel das Craig nicht der Richtige für diesen Job ist werden spätestens mit "Ein Quantum Trost" hinweggewischt.
Über Judi Dench als M braucht man eigentlich keine Worte verlieren. Sie ist eine der ganz Großen des Kino und hat im neuen Bond endlich ein bisschen mehr Screentime. Mathieu Amalric als Gegenspieler von Bond mag auf den ersten Blick farblos wirken. In seinem weißen Hemd und der Sonnenbrille sieht er aus wie jeder x-beliebige Tourist. Doch schafft Amalric es, seine Figur eine unterschwellige Bedrohung ausstrahlen zu lassen, die auf den ganzen Film gesehen furchteinflößender ist als es jeder Stahlkiefer sein könnte. Für mich ein sehr beeindruckender Gegenspieler. Olga Kurylenko, die man bisher am ehesten aus der Videospielverfilmung "Hitman" kennen dürfte, bietet ein sehr beeindruckendes Bond-Girl. Jedenfalls steht sie weit über solchen Fehlschlägen wie Halle Berry oder Denise Richards. Viele Schauspieler aus "Casino Royale" tauchen auch wieder auf. Hier wurde also nichts falsch gemacht.
Auch im Bereich Action überzeugt "Ein Quantum Trost". Es wird zu Lande, zu Wasser und in der luft gekämpft, nichts wurde ausgelassen. Es gibt rasante Verfolgungsjagden mit dem Auto, dem Boot, einem Flugzeug und, fast schon bodenständig, über die Dächer einer Stadt. Bond kommt ohne allzu hohen Bodycount aus, dennoch kann man sich über zu wenig Blut nicht beschweren. Auch Bond selbst darf ordentlich einstecken. Die Action ist definitiv State of the Art und bietet zahlreiche Momente zum mitfiebern. Hier ist der Film alles andere als eine Enttäuschung. Die in Bregenz gedrehten Szenen in der Oper sind definitiv ein Highlight für sich und äußerst gelungen (Bond darf hier endlich auch mal in aller Ruhe spionieren). Allerdings empfiehlt es sich, im Kino nicht zu weit vorne zu sitzen. Unglaublich schnelle Schnitte und die (leider) nichtmehr wegzudenkende Shaky-Cam halten stellenweise auch bei Bond Einzug. Von der letzten Kinoreihe aus passt aber auch diese Art der Kameraführung, man bekommt jedenfalls keine Kopfschmerzen. Mitreissend sind die Actionsequenzen allesamt.
Größter Schwachpunkt (jedoch nicht so groß wie der Titelsong) ist die Story. "Casino Royale" war eine gut mitzuverfolgende Geschichte. Hier sieht das anders aus. Zwar ist die Geschichte an sich nicht allzu kompliziert, aber sie nimmt sich selbst die Chance richtig gut zu sein. Die Pläne von Greene sind längst nicht so böse wie sie sein könnten, und stellenweise hat man das Gefühl ein paar Infos nicht mitbekommen zu haben. Dennoch ist die Story im Gesamtkontext der Reihe keineswegs im unteren Bereich anzusiedeln. Da allerdings der Vorgänger noch relativ gut in der Erinnerung herumgeistert muss sich "Ein Quantum Trost" eben mit diesem Film messen lassen.
Man kann James Bond durchaus beglückwünschen im Heute angekommen zu sein. Camille sagt einmal im Film zu Bond "Sie sind schrecklick effizient". Dies kann man über den ganzen Film so sagen. Es ist durchaus nicht negativ zu verstehen. "Ein Quantum Trost" überzeugt auf voller Länge. Zwar kommt er an "Casino Royale" nicht ganz heran, dies ist aber keine Schande. Für mich definitiv einer der besseren Bond-Filme und eine uneingeschränke Empfehlung sich diesen Film nicht im Kino entgehen zu lassen.
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[9 von 10]
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Autor: Aure (07.11.2008)
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