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Saltatio Mortis

Wer Wind sät





Napalm Records [NPR 305] (28.08.2009)

Tracklist:
01. Ebenbild 
02. Salome
03. La Jument De Michao
04. Letzte Worte
05. Kaltes Herz
06. Rastlos
07. Miststück
08. Tief in mir
09. Aus Träumen gebaut
10. Manus Manum Lavat
11. Vergessene Götter
12. Wir säen den Wind
Genre: Mittelalter Metal

Gesamtspielzeit: 52:05

Web: www.saltatio-mortis.com

Und noch eine der 100.000 Mittelalter-Metal-Bands, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Immerhin können sich Saltatio Mortis durch ihre ziemlich rockige, gitarrenbasierte Ausrichtung musikalisch etwas vom großen Rest absetzen.

Schon der Opener Ebenbild, zu dem auch ein Video gedreht wurde, verspricht viel. Das wird jedoch leider wieder durch Salome abgeschwächt. Dabei hat man im Grunde doch alles richtig gemacht. Schöne orientalische Melodien, Doro Pesch als Gastsängerin – nur fällt es eben sehr schwer, sich bei der Stimme der doch schon etwas älteren Doro eine verführerische Bauchtänzerin vorzustellen (ehrlich gesagt: Es geht gar nicht). Überhaupt ist allein Doros Stimme bei einem Mittelalterprojekt verwirrend. Frau Pesch will wohl wirklich ein Hans Dampf in allen Gassen werden. Doch hier paßt ihr Gesang einfach nicht und macht den ganzen Song kaputt, der an sich gar nicht schlecht ist.

Doch das machen Saltatio Mortis mit La Jument de Michao wieder wett, in dem sie zeigen, daß Französisch längst nicht so melodiös und romantisch klingen muß, wie sich das die meisten Menschen so vorstellen. Mit Letzte Worte und Kaltes Herz legt man dann jedoch erstmal eine Pause ein und bleibt bei den ruhigen Tönen, besinnt sich bei letzterem jedoch bald eines besseren und wird wieder rockiger.

Rastlos erinnert vor allem mit seinem Intro an 80s-Metal und zwingt förmlich zum Mitbangen. Auch der Rest der Scheibe ist erfrischend rockig, die mittelalterlichen Instrumente treten nicht zu sehr in den Vordergrund, verstecken sich jedoch auch nicht vor Gitarren und Schlagzeug. Die Band hat ein ausgewogenes Mittelmaß gefunden und dürfte damit vor allem auch Fans von Subway To Sally ansprechen.

So erinnert denn auch der Höhepunkt des Albums, Manus Manum Lavat doch sehr an die bekannteren Kollegen, ist jedoch ohne Zweifel einer der besten, wenn nicht sogar der beste Song des Albums. Mit seinem Ohrwurmrefrain, der sich auf Konzerten leicht mitsingen läßt und seinen treibenden Melodien, die zur Bewegung anregen, hat er echtes Hitpotential.

Offenbar hat man seine besten Songs ans Ende des Albums gesetzt und so kann Vergessene Götter locker mit Manus Manum Lavat mithalten. Der Quasititelsong Wir säen den Wind fällt dagegen wieder leicht ab, ist aber immer noch ein guter Song.

Das Album in seiner Gesamtheit klingt überraschend frisch, was gerade in den ausgetretenen Pfaden des Mittelalter-Metal zum Vorteil der Band gereichen sollte. Man legt viel Wert auf mittelalterliche Instrumente, läßt dabei die elektronischen aber nicht zu kurz kommen. Wer auf diese gesunde Mischung steht, kann mit diesem Album sicher nichts falsch machen.
     [8 von 10] Autor: Tyr (01.11.2009)




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