Týr
By The Light Of The Northern Star
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Napalm Records [NPR 294]
(29.05.2009)
Tracklist:01. Hold The Heathen Hammer High
02. Tróndur Í Gøtu
03. Into The Storm
04. Northern Gate
05. Turið Torkilsdóttir
06. By The Sword In My Hand
07. Ride
08. Hear The Heathen Call
09. By The Light Of The Northern Star
Genre: Progressive Viking Metal
Gesamtspielzeit: 43:32
Web: www.tyr.net
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Fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem der Vorgänger Land erschienen ist, bringen die Färinger Týr bereits ihr nächstes Album auf den Markt. Da regen sich natürlich sofort die Kritiker, die „Schnellschuß!“ und „Ausverkauf!“ rufen. Doch das ist mitnichten der Fall. Es hat sich gezeigt, daß Land nicht die Erwartungen erfüllen konnte, die in das Album gesetzt wurden. Denn obwohl die Scheibe ein paar sehr gute Songs beinhaltet, konnte sie einfach nicht richtig zünden. Sie war zu verspielt und detailreich, zu sehr im Midtempo-Bereich angesiedelt und langweilte dadurch relativ schnell.
Doch statt sich ins stille Kämmerlein zurückzuziehen und zu jammern, haben die Färinger ihre Fehler analysiert, daraus gelernt und präsentieren uns mit By The Light Of The Northern Star ein Album ohne überflüssige Schnörkel. Natürlich werden auch hier wieder einige jammern, die die progressiven Elemente vermissen, daß die Band jetzt zu sehr nach Power Metal klingt – man kann es eben nicht allen recht machen.
By The Lights Of The Northern Star ist ein Konzeptalbum, das sich mit der Christianisierung der Färöer im Jahre 999 beschäftigt – und natürlich mit den Widerständen, die die Färinger der neuen Religion entgegenbrachten. Die beiden Widersacher Trøndur í Gøta, der sich der Christianisierung entgegenstellt, und Sigmundur Brestisson, der vom norwegischen König Olav Tryggvason zur Bekehrung der Färinger auf die Inseln gesandt wird, erstehen auf der Scheibe zu neuem Leben. Auch wenn die Geschichte anders verlaufen ist, als es sich die Wikinger von Týr wünschen, so haben sie aus dieser Thematik doch ein wunderbares Stück Musik gebastelt.
Mit Hold The Heathen Hammer High präsentiert man einen der schnellsten Songs in der Bandgeschichte schon gleich zu Anfang. Und dieser Song steht symptomatisch für die ganze Scheibe, denn die ist bedeutend schneller geraten als Land. Daß man dabei tatsächlich ab und zu Richtung Power Metal driftet ist angesichts des Backgrounds der Band nicht verwunderlich und es stört auch in keinster Weise. Songs wie Into The Storm repräsentieren die schnelle Seite von Týr, die die Songs zum Matte schwingen schreibt. Mit Northern Gate präsentiert man auch einen richtig schönen Live-Mitsing-Song, der seine Qualitäten auf der vergangenen Tour schon beweisen konnte.
Aber auch die traditionellen Songs dürfen nicht fehlen. Mit Trøndur I Gøtu und Turið Torkilsdóttir hat man davon zwei Stück im Gepäck, wobei Turið Torkilsdóttir sofort ins Ohr geht und eigentlich das beste Stück des Albums ist. Wie schon Sinklars Vísa auf dem letzen Album beginnt der Song a capella, nur ist man jetzt noch besser geworden. Daneben gibt es noch herrliche Gitarrensoli, flotte instrumentale Parts und immer wieder Chöre, die Týr’sche Spezialität. So wird dieser Song auch der erste in der Bandgeschichte, der nicht von Heri Joensens Stimme dominiert wird. Man kann nur hoffen, daß die Band diesen Song in Zukunft auch live spielt, denn das hier, das ist Gänsehaut pur.
Ride steht wohl am ehesten in der Tradition „alter“ Týr-Songs. Im Kontext der Platte wirkt er ein klein wenig sperrig, aber Fans der ersten Stunde werden diesen Song lieben. Lange, epische Songs sucht man auf dieser Platte jedoch vergeblich. Die Songs sind kurz und knackig, enthalten aber immer noch jede Menge typische Elemente des bandeigenen Sounds. Man könnte dies natürlich als einen Schritt zurück Richtung Eric The Red bezeichnen, aber im Grunde ist diese Scheibe nur eine logische Entwicklung, wenn man bedenkt, welche Bands Týr in letzter Zeit beeinflußt haben.
Und so haben es Týr geschafft, trotz der vielen Tourneen in dieser kurzen Zeit ein Album zu schreiben, auf dem für fast jeden etwas dabei ist. Für die alten Fans, die vor allem die progressiven Elemente lieben, ebenso wie für die, die sich etwas schnellere, kürzere und prägnantere Songs gewünscht haben. Alles in allem ist dies eine Scheibe, die einmal mehr die Klasse der Band von den fernen Inseln unterstreicht. Sie reicht zwar nicht ganz an das Meisterwerk Ragnarok heran, aber es ist auf jeden Fall ein Album, das mit jedem Hören wächst und sich beständig in die Gehörgänge frißt. Wer von Land enttäuscht war, sollte By The Light Of The Northern Star auf jeden Fall anchecken; es wird sich lohnen.
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[9 von 10]
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Autor: Tyr (21.05.2009)
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