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KaosKrew::book Reviews














Heine, Heinrich:

Deutschland. Ein Wintermärchen




Erschienen 2005 bei Anaconda Verlag

ISBN: 3-938484-14-4

Originaltitel:
"Deutschland. Ein Wintermährchen"

Übersetzer/in:

Genre: Gedicht


Die Worte „Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht“ von Heinrich Heine aus seinem Gedicht Nachtgedanken dürften wohl jedem ein Begriff sein. Der Journalist und Dichter zählt heute zu den bedeutendsten Vertretern seiner Zunft; zeit seines Lebens wurde er jedoch als deutschlandfeindlich verschrien. Seine Kritik an den Zuständen im Land wurde als Beleidigung aufgefaßt und Heine lebte die letzten 15 Jahre seines Lebens in Frankreich im Exil. Dabei schreien seine Gedichte seine Vterlandsliebe förmlich hinaus.

Er mußte viel Zensur ertragen und schaffte es doch immer wieder, feinsinnige oder auch offene Kritik an den Oberen unters Volk zu bringen, womit er sich natürlich alles andere als beliebt bei den so Kritisierten machte.

In seinem Werk Deutschland. Ein Wintermärchen beschreibt er in Gedichtform eine Reise durch Deutschland von Paris nach Hamburg im Jahr 1843. Es ist seine vorletzte Reise nach Deutschland und er nimmt bei seiner Kritik kein Blatt vor den Mund. In seiner unnachahmbaren Art weist er auf bestehende soziale und politische Mißstände hin, bewegt sich auch in der deutschen Sagenwelt, als er Kaiser Barbarossa im Kyffhäuser besucht oder ein Gespräch mit Vater Rhein sucht, dem die Franzosen inzwischen lieber sind als die Deutschen.

Das Gedicht kann in seiner Grundaussage auch heute gut verstanden werden, teilweise hat sich sogar kaum etwas geändert. Um allerdings alles wirklich verstehen zu können, muß man schon ein Kenner jener Zeit sein, da Heine viele Namen nennt, die einem nicht unbedingt geläufig sind. Auch sind die Verse stellenweise etwas holprig, alles in allem läßt sich das Buch, das im Grunde nur ein langes Gedicht ist, aber sehr gut lesen. Und man fragt sich, wie um alles in der Welt es die Menschen damals geschafft haben, Heines unerwiderte Liebe zum Vaterland nicht zu erkennen.


     [8 von 10] Autor: Tyr (25.02.2009)




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