Baker, Christopher:
Mi Moto Fidel
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Erschienen 2001 bei National Geographic
ISBN:
Originaltitel: "Mi Moto Fidel"
Übersetzer/in: Kristiana Ruhl
Genre: Reisebericht
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Der Autor Christopher Baker wurde in Großbritannien geboren, lebt aber schon seit Jahren in den USA, arbeitet dort als Autor und gilt als Experte für Kuba. Das hier vorliegende Werk Mi Moto Fidel wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Ursprünglich mit dem Auftrag, einen Reiseführer zu schreiben, losgeschickt, entschied sich Baker, über die gleiche Reise auch einen sehr persönlichen Bericht zu schreiben, in dem er alles schreibt, was ihm an Kuriositäten, aber auch an menschlichen Schicksalen auf seiner Reise begegnet ist.
Er scheut sich nicht, das Regime von Fidel Castro äußerst kritisch zu betrachten, obwohl er zu Beginn seiner Reise eigentlich noch auf der Seite Castros stand. Da es sehr schwer ist auf Kuba an Autos zu kommen und er damit nicht so mobil gewesen wäre, entscheidet sich Baker, sein Kraftrad mehr oder weniger illegal einzuführen und mit diesem die Rundreise über die Insel zu unternehmen. So ist auch der Buchtitel Mi Moto Fidel nicht nur eine Anspielung auf den kubanischen Staatspräsident, sondern auch die Abkürzung von mi moto fidelidad – Mein treues Motorrad.
Denn treu muß es sein, da man auf Kuba Ersatzteile vergeblich suchen darf. So hat auch die Bevölkerung oft kaum genug zum Essen, nicht einmal in Restaurants darf man auf große Auswahl hoffen. Christopher Baker schreibt oft von Sex mit Einheimischen, ohne dabei jedoch zu sehr auf Details einzugehen. Er gibt zu, daß er schon oft auf diese Szenen angesprochen wurde. Doch in Kuba ist freizügiger Sex völlig normal. Denn in einem Land, in dem alles – Lebensmittel, Luxusartikel, Gegenstände des täglichen Bedarfs – schlicht einfach alles – rationiert ist, ist körperliche Liebe das einzige, was es im Überfluß gibt und was nicht vom Staat bestimmt werden kann.
Nach außen hin scheinen die Kubaner ein zufriedenes Volk zu sein, doch Christopher Baker trifft auch viele Menschen, die ihrem Land mehr als kritisch gegenüber stehen. Offene Meinungsäußerung ist in Kuba jedoch unter Strafe verboten, so daß Baker ihre Aussagen nur unter Änderung der Namen in seinem Buch veröffentlicht. Daneben weist er immer wieder auf die große Gastfreundschaft der Kubaner hin, die das wenige, das sie haben, gerne mit Fremden teilen. Dabei werden sie oft im eigenen Land wie Ausgestoßene behandelt. So ist ihnen z.B. oft der Zutritt zu Clubs mit ausländischen Gästen untersagt.
Christopher Baker hat es in seinem Buch Mi Moto Fidel geschafft, einen sehr gut geschrieben Reisebericht abzuliefern, der von den Problemen und der Schönheit eines Landes erzählt, dessen Schicksal von einem einzelnen Mann bestimmt wird und das unter diesem Regime unendlich leidet. Dennoch haben sich die Menschen in Kuba ihre Lebensfreude bewahrt und machen das beste aus ihrem Schicksal. So wird das Buch nie langweilig und läßt sich sehr gut lesen.
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[7 von 10]
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Autor: Tyr (23.12.2008)
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